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Luckenpaint

undefinedLuckenpaints Geschichtsschreibung beginnt mit dem Jahre 866 nach Christus. Die erste urkundliche Nennung, auf die man sich gewöhnlich bei der Altersangabe eines Ortes stützt, reicht also bis in die Zeit der Karolinger (751 –911) zurück. Bischof Ambricho, der von 864 – 891 in Regensburg regierte, regelte durch seinen Vogt Helferich in Lentinchova (dem heutigen Riekofen) mit der Witwe Ekkilind einen Gütertausch, durch den dem Bischof die Besitzungen Ucchinpiunt (Luckenpaint) und Dünzling zufielen. Ekkilind war Angehörige eines noch im 14. Jahrhundert nachweisbaren mächtigen Edelgeschlechtes aus Thalmassing. Sie erhielt für das Luckenpainter und Dünzlinger Lehen vom Bischof jene Lehensgüter nebst 19 Hintersassen auf Lebenszeit, die ihr Vater Billunc in Thalmassing innehatte und die der Abt von St. Emmeram vergab.

Ohne Zweifel reicht die Besiedlung unserer heimatlichen Fluren noch bedeutend weiter zurück. Bei Thalmassing und Luckenpaint gefundene glockenförmige Tonbecher aus der Jungsteinzeit (etwa 4000 bis 2000 v. Chr.) beweisen diese Annahme. Auch die anschließende prähistorische Periode, die Bronzezeit, ist durch nahezu 50 Hügelgräber in der unmittelbaren Umgebung bezeugt. Im September 1839 wurde auf einem Acker bei Luckenpaint eine Münze des 361 n. Chr. gestorbenen römischen Kaisers Constantius II. entdeckt. Sie ist jetzt in der Landshuter Stadtresidenz, dem dortigen Stadt- und Kreismuseum, zusammen mit einer weiteren in Luckenpaint gefundenen Münze des gleichen Herrschers zu besichtigen.

Die früheste schriftlich aufgezeichnete Schreibweise von Luckenpaint lautet Ucchinpiunt. Der erste Teil unseres Ortsnamens wurde wahrscheinlich von dem alten Namen Ucco oder Ucho abgeleitet, ab 1400 dann offenbar an Luck – Lukas angelehnt. Peunt, Point oder Paint sind Bezeichnungen für ein umfriedetes Grundstück und für eine mit einem Zaun umgebene Wiese noch heute in Gebrauch. Der eingezäunte Wald hieß biunta und ist möglicherweise für den zweiten Teil unseres Ortsnamens verwendet worden, der also frei übersetzt als ein umzäuntes Stück Land eines Ucco oder Ucho gedeutet werden kann.