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Weillohe

undefinedHierzu sind lediglich Aufzeichnungen über die Filialkirche in Weillohe vorhanden.
Wenn wir in der Geschichte der Filialkirche St. Vitus und Stephanus in Weillohe blättern, dürfen wir keine weltbewegenden Ereignisse erwarten. Vielmehr werden wir etwas von den Alltagssorgen einer kleinen Landgemeinde hören.
Eine Kirche wird in Weillohe erstmals 1215 belegt, als Bischof Konrad III. von Regensburg dem Kloster Prüll die Kirchen von Thalmassing und Weillohe zur Nutznießung übergibt. Wie lange damals bereits eine Kirche oder Kapelle bestand, wissen wir nicht. Es lässt sich auch nicht genau bestimmen, wann die jetzige Kirche entstand, vielleicht im 16. oder frühen 17. Jahrhundert.
Es handelt sich um eine flachgedeckte Saalkirche, deren Chor etwas eingezogen ist und an dessen Nordseite sich der Turm mit dem Treppengiebel erhebt; an der Südseite liegt die zweistöckige Sakristei. Das Langhaus besitzt heute vier Fensterchen und im Westen eine geräumige auf zwei Säulen ruhende Empore. Die Decke des Langhauses trägt zwei Spiegel, im vorderen ein Gemälde aus dem Jahre 1907 von J. Hertl mit dem Martyrium des Hl. Stephanus. Im Spiegel der Chordecke Darstellung Christi mit dem Lamm von H. Siedl aus Abbach aus dem Jahre 1935. Die Kirche besitzt drei Altäre; der Hauptaltar (Patrozinium des Hl. Vitus) ist ein zweisäuliger Aufbau mit gesprengtem Giebel; die Seitenaltäre (hl. Katharina und die Muttergottes) mit geschraubten Säulen stammen aus der Zeit um 1700, der Hochaltar aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert, die Bilder sind aus dem 19. Jhd. Der Hochaltar wurde vor dem 1. Weltkrieg verändert, indem das Altarbild durch einen eingeschobenen Sockel hinter dem Tabernakel hervorgehoben wurde (Auskunft von Herrn Melzl, Weillohe). Die Kanzel an der Südseite des Langhauses. Heute nicht mehr vorhanden ist das in der Kunstdenkmälerinvetarisation 1910 erwähnte gotische Glasfenster von 1470. In den Unterlagen des Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg (BZA) wird von dem sich in der Kirche befindlichen Kreuzweg das Weihedatum überliefert: er stammt aus dem Jahre 1882, wurde von Austragssöldner Bründl, Weillohe und Privatier Lehner, Poign, gestiftet und von den Brüdern Breekel aus Stadtamhof verfertigt, die Weihe war am 17. September 1882 durch P. Constantin Klima vom Karmeliterorden aus Regensburg.
Der in der Literatur erwähnte Grabstein der Margareth Pulacher von 1482 befindet sich heute in Untermassing.
Die Sakristei stammt aus den Jahren 1904/05. Die alte Sakristei hatte sich als zu klein erwiesen, war sie doch nur etwa 1,9 x 4,9 m groß, die neue sollte 3,5 x 4,9 m messen. 1904 wurde die Erlaubnis zum Abbruch der alten und Errichtung der neuen Sakristei gegeben. Im Presbyterium wurden links und rechts des Altares zwei Fenster ausgebrochen, das südliche beim Sakristeineubau vermauert. Schon lange hatte sich in der Kirche der Platzmangel schmerzlich bemerkbar gemacht. Hatte Weillohe 1861 23 Häuser mit 146 Seelen umfasst, so war die Zahl auf 252 Pfarrkinder angestiegen, denen aber nur 202 Plätze zur Verfügung standen. Die Kirche war nicht groß: 6 m breit und 13 m lang, so dass nicht einmal ein Beichtstuhl aufgestellt werden konnte! Die Kirchenbänke standen bis unmittelbar vor die Seitenaltäre und ließen in der Mitte nur einen schmalen Durchgang. Wen will es da noch verwundern, dass ein Antrag auf Erweiterung der Kirche gestellt wurde! Kreszenz Stadler aus Untermassing, in München lebend, die bereits 2100 Mark zum Bau der Sakristei zur Verfügung gestellt hatte, stiftete erneut 3500 Mark, mit denen ein Erweiterungsbau nach Westen - ähnlich St. Bäuml - aufgeführt wurde. die Arbeiten wurden dem Maurermeister feldmeier aus Abbach übertragen, der bereits die neue Sakristei erbaut hatte. 1935 beschloss die Kirchenverwaltung Weillohe die Innenrenovierung der Kirche. Die Ausführung lag in Händen des Abbacher Malers Hans Seidl, von dem das kleine Gemälde über dem Hochaltar stammt, die Kosten von 1245 RM sollten durch freiwillige Spenden gedeckt werden. Das Vorhaben wurde genehmigt.
Von zwei weiteren Renovierungen berichten unsere Akten nichts. Eine fand kurz nach dem 2. Weltkrieg und eine weitere in den sechziger Jahren statt.
Bei der Beschreibung der Pfarrei Thalmassing aus dem Jahre 1861 stellt der damalige Pfarrer Gruber fest, dass urkundliche Belege über die Weihen außer bei der Schloßkapelle Neueglofsheim und der Wallfahrtskirche St. Bäuml von keiner anderen Kirche der Pfarrei vorhanden seien.
Die älteste mir bekannte Pfarrbeschreibung stammt aus dem Jahr 1660, heute im Bischöflichen Zentralarchiv. Sie nennt die Kirche S. Viti in Weylau. Eine wohl etwas später entstandene Beschreibung zählt als zur Ausstattung gehörig auf: drei Altäre, ein Kruzifix, drei Fahnen, drei schöne Meßgarnituren u. a.
Über die Ausstattung der Kirche erfahren wir ansonsten wenig: sie besaß ursprünglich drei Glocken, von denen eine aus dem jahre 1535 von dem Regensburger Hans Durnknopf stammt. Von Pfarrer Gruber erfahren wir weiterhin, dass zwei Altäre (Vitus- und Marien-Altar) sog. "altaria portatilia" besitzen, d.h. auf die Holzaltäre wurde ein geweihter Altarstein (altare portatile) gelegt, um diese zur Eucharistie benutzen zu können. Wie wir den Pfarrakten entnehmen können, wurde seit August 1848 in Weillohe und Untersanding das Allerheiligste beständig aufbewahrt.